Ernährungsmythen: Bier auf Wein das lass sein. Wein auf Bier das rat ich Dir!

„Bier auf Wein das lass sein. Wein auf Bier das rat ich Dir!“ Kennst Du diese altklugen Sprüche? Solche Weisheiten gibt es nicht nur in Deutschland. In England heißt es beispielsweise „Grape or grain but never the twain“, was grob übersetzt bedeutet: „Wein oder Bier, aber niemals beides.“ Diese Sprüche sagen ja entweder, dass man nicht beide alkoholischen Getränke auf einmal trinken soll, oder dass man sie nicht in einer bestimmten Reihenfolge trinken darf, wenn man einen dicken Schädel vermeiden will. Aber stimmt das? Bekommt man tags drauf keinen Kater, wenn man zuerst Bier und dann Wein trinkt. Und brummt der Schädel am nächsten morgen schlimmer, wenn man es umgekehrt macht?

An der renommierten britischen University of Cambridge ist man genau dieser Frage jetzt mit einer Studie (https://academic.oup.com/ajcn/article/109/2/345/5307130) nachgegangen, die mit 100 Freiwilligen zwischen 19 und 40 Jahre durchgeführt wurde. Diese Probanden durften aus Kosten der Forscher einen, oder besser ein paar heben. Die Forscher teilten die Probanden in drei Gruppen ein. Die erste Gruppe trank am ersten Abend erst Bier dann Wein. Am zweiten Abend wurde die Reihenfolge dann umgedreht. Die zweite Gruppe machte das Gleiche, nur anders herum. Sprich, am ersten Abend wurde mit Wein begonnen und dann zum Bier gewechselt. Die dritte Gruppe diente als Kontrollgruppe und trank am ersten Abend nur Bier und am zweiten nur Wein. Das Ziel eines jeden Abends war ein Blutalkoholspiegel von 1,1 Promille. Na dann Prost!

Ok, hier das ernüchternde Ergebnis: Es macht absolut keinen Unterschied, ob Du zuerst Wein und dann Bier trinkst, oder umgekehrt. Es ist genauso irrelevant, ob Du nur das eine oder andere trinkst. Wenn Du Dir jeweils einen bestimmten Pegel ansäufst, hast Du am nächsten morgen einen Kater.

Das Bier könnte nur dann einen Unterschied machen, wenn Du „nach oben offen“ saufen willst. Bier hat mit rund 4,5 bis 5 Prozent wenig Alkohol und Du trinkst dazu sehr viel Flüssigkeit. Damit wird Deine Blase zum Regulativ, denn bevor Du dich mit Bier selbst unter den Tresen getrunken hast, treibt Dich die volle Blase immer wieder auf die Toilette. Wenn Dein Ziel also das Komasaufen ist, dann nimm Wein, der im Schnitt circa 12 Prozent Alkohol hat. Oder am besten gleich hartes Zeug wie Schnaps & Co, denn damit schießt Du dich am schnellsten aus der Umlaufbahn.

Aber wenn Du die Pubertät und damit den fatalen Drang zum Kampftrinken schon hinter dir hast, dann genießt Du den Alkohol in vernünftigen Maßen und ohne noch in der Nacht oder am nächsten Tag vor der Kloschüssel kniend dafür Buße tun zu müssen. Mit Sinn und Verstand genießen, anstatt sich sinnlos um den Verstand zu saufen, so lautet die Devise.

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