Folge 52: Der Bremsklotz im Kopf

Kennst du das? Den Bremsklotz im Kopf? Solche Sätze wie: „Ich kann nicht abnehmen, das hat noch nie geklappt.“ Oder: „Das Dick sein, das liegt bei uns in der Familie, dann kann man nichts machen, gegen Deine Gegen bist Du machtlos.“ Auch immer wieder gerne genommen: „Ich hab schwere Knochen, ich werden niemals schlank.“ All das sind limitierende Glaubenssätze. Bevor ich Dir erkläre, was diese limitierenden Glaubenssätze für einen Teufelskreis auslösen können, zunächst, wie immer, der Hinweis auf das Gewinnspiel. Ich verlose zehn Mal mein Buch „Machs gut Dicker, für Männer die schlank, fit, stark und gesund werden wollen.“ Und weil vor kurzem die 50. Folge meines Podcasts online gegangen ist, lege ich noch einen drauf. Zusätzlich gibt es das Taschenbuch „Machs gut Dicker – Die besten Hacks für Deinen Stoffwechsel“ dazu. Du bekommst also ein Buchpaket im Wert von 23 Euro. Was musst Du für die Teilnahme tun? Zunächst bewerte diesen Podcast auf iTunes. Mach dann einen Screenshot von Deiner Bewertung und schicke diesen Screenshot mit Deiner Adresse, an die ich die Bücher schicken soll, falls Du gewinnst, per E-Mail an kontakt@machs-gut-dicker.de. Die ersten zehn Podcast-Hörer, die das machen, bekommen das Buchpaket dann per Post zugeschickt.

Limitierende Glaubenssätze

Du hast vielleicht auch selbst solche Glaubenssätze in Dir. Negative Glaubenssätze, die dich bremsen und daran hindern, dich zu entwickeln oder zu verändern. Deshalb spricht man von „limitierenden Glaubenssätzen“ und die funktionieren in der Regel wunderbar. Ich will Dir das an einem Beispiel erklären. Vor vielen Jahren, in der Zeit in der ich und meine gleichaltrigen Freunde den Führerschein machten, sagte einer meiner Freunde immer wieder: „Ich kann nicht lernen. Das hab ich noch nie gekonnt. Wozu also für die Theorieprüfung lernen? Ich falle ja sowieso durch.“ Das ist mal ein fetter negativer Glaubenssatz, oder? Und was ist dann wohl passiert? Genau! Er hat genau das getan, nämlich nicht gelernt. Und obwohl er die Fahrpraxis auf Anhieb geschafft hat, ist er zwei mal durch die theoretische Führerscheinprüfung gefallen. Im dritten Anlauf hat er es dann mit viel Glück doch irgendwie gerade so geschafft. Sein limitierender Glaubenssatz, der ihn schon lange begleitete und ihn ausbremste, lautete: „Ich kann einfach nicht lernen!“

Warum funktionieren diese limitierenden Glaubenssätze so gut? In der Psychologie kennt man den Begriff der „sich selbsterfüllenden Prophezeiung“. Was ist das denn jetzt schon wieder? Schauen wir uns erst mal die Definition aus der Wikipedia an: „Eine selbsterfüllende Prophezeiung (englisch: self-fulfilling prophecy) ist eine Vorhersage („Prophezeiung“), die über direkte oder indirekte Mechanismen ihre Erfüllung selbst bewirkt. Ein wesentlicher Mechanismus ist, dass derjenige oder diejenigen, die an die Vorhersage glauben, sich so verhalten, dass sie sich erfüllt (positive Rückkopplung zwischen Erwartung und Verhalten).“ (Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Selbsterfüllende_Prophezeiung)

Selbsterfüllenden Prophezeiung

Ok und wie funktioniert die selbsterfüllenden Prophezeiung denn konkret? Gehen wir das mal an einem konstruierten Beispiel durch: Du wachst morgens früh auf. Du hast noch nicht beide Augen richtig offen und auch noch nicht beide Beine aus dem Bett geschwungen, aber Du sagst dir schon: „Dieser Tag wird bestimmt total mies.“ Kurz danach stehst Du im Bad vor dem Spiegel, schaust Dir beim Zähneputzen ins Gesicht und denkst Dir: „Der Tag, der wird ein totaler Griff ins Klo!“ Später beim Frühstück fällt Dir dein Marmeladenbrötchen auf den Boden und Du sagst: „Na prima, dieser Tag fängt ja schon total bescheuert an!“ Wieder etwas später sitzt Du im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Du stehst im Stau und denkst: „Typisch! Immer passiert mir so ein Mist. Ich werde mal wieder zu spät kommen. Das kann ja nichts werden heute.“ Auf der Arbeit gerätst Du später wegen einer banalen Kleinigkeit mit einem Kollegen aneinander und ärgerst dich den ganzen Tag darüber. In der Mittagspause ist in der Kantine das Mittagsmenü, dass Du gerne essen wolltest, bereits vergriffen. Deine Laune wird deshalb noch mieser. Nachmittags brummt Dir dein Vorgesetzter dann auch noch einen weiteren Auftrag auf, obwohl Du doch schon genug zu tun hast. Abends auf dem Heimweg willst Du tanken und denkst Dir: „Hätte ich Idiot doch nur heute morgen getankt, da war der Sprit noch drei Cent billiger!“ Dann willst Du abends im Fernsehen wenigstens deine Lieblingsserie schauen, aber die wird wegen einer aktuellen Sondersendung ausnahmsweise ausgesetzt. Du ärgerst dich sehr darüber. Es ist Nacht und Du stehst wieder vor dem Spiegel im Badezimmer und denkst Dir: „Hab ich doch schon heute morgen gewusst, dass das ein total beschissener Tag wird.“ Du legst dich ins Bett und schläfst ein mit dem Gedanken. „Mann, was für ein Glück ist dieser miese Tag vorbei. Hoffentlich wird morgen nicht genauso beschissen wie heute.“

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Dein Tag hat mit einer selbsterfüllenden Prophezeiung begonnen, nämlich: „Dieser Tag wird bestimmt total mies.“ Und der Tag war auch total mies. Aber warum? Unser innerer Schweinehund, der aus Dingen wie Ego und Stolz aber durchaus auch Selbstschutzinstinkten, Gefahrenabwehr und einigem anderen besteht, ist ein ziemlich eitler und selbstverliebter Drecksack. Und der fühlt sich am besten, wenn er Recht hat. Wenn dieser Schweinehund Dir morgens also schon beim Aufstehen diesen Satz „Dieser Tag wird bestimmt total mies“ eingeimpft hat, dann wird der Kerl auch tagsüber alles dafür tun, dass er mit dieser Vorhersage auch wirklich Recht hat. 

Der innere Schweinehund

Deshalb macht er aus dem runtergefallenen Marmeladenbrötchen für dich auch emotional so eine riesige Affäre, statt es so harmlos zu behandeln, wie es ist. Deshalb sorgt er dafür, dass Du vergessen hast, dass der Stau am Morgen sich schnell wieder aufgelöst hat und Du doch ohne Hetze absolut pünktlich auf der Arbeit warst. Deshalb schafft er es, dass die fünf Minuten, die der Zoff mit deinem Arbeitskollegen gedauert hat, Dir im Gedächtnis bleibt, aber nicht die sieben Stunden und 55 Minuten des restlichen Arbeitstages, in denen ihr bestens miteinander ausgekommen seid. Deshalb gelingt es ihm problemlos, dass Du nicht mehr daran denkst, dass Du in der Kantine durch das vergriffene Menü ein neues Gericht entdeckt hast, dass Dir total gut geschmeckt hat. Und deshalb schafft es dieser innere Schweinehund, dass dir entfallen ist, dass Dein Chef dir nicht einfach nur noch einen Auftrag aufgebrummt hat, sondern das er Dir ein wichtiges und spannendes Projekt gegeben hat, weil er weiß, dass Du der beste Mitarbeiter dafür bist. Und auf dem Heimweg hat dieser blöde Schweinehund auch noch dafür gesorgt, dass Du dich über so eine dämliche Lappalie wie den drei Cent teureren Sprit aufgeregt hast. Natürlich hat er dich auch später wegen der Fernsehserie total madig gemacht, obwohl Du die völlig problemlos in der Mediathek des Senders jederzeit nach Belieben anschauen kannst. Und schließlich hat sich Dein innerer Schweinehund mit Dir ins Bett gelegt und Dir zufrieden grinsend nochmal extra bestätigt, wie beschissen Dein Tag doch angeblich war. Und nicht nur das! Mit dem letzten Gedanken „Hoffentlich wird morgen nicht genauso mies wie heute“ vor dem Einschlafen bereitet dieser Drecksack sogar noch vor, dass er Dir am nächsten Tag wieder genauso übel einheizen kann.

Du hast Dir am morgen die selbsterfüllende Prophezeiung eingeredet, dass der Tag schlecht wird. Der Tag ist wie jeder andere auch verlaufen, nämlich mit Höhepunkten und Tiefpunkten. Aber die selbsterfüllende Prophezeiung hat Deine Wahrnehmung beeinflusst. Sie hat quasi einen grauen Filter auf Dein Objektiv geschraubt, durch das Du den Tag betrachtet hast. Dieser negative Filter hat dich nur das sehen lassen, was schlecht, was unangenehm oder was nervtötend war. Damit hat sich dann für Dich am Abend diese selbsterfüllende Prophezeiung eben erfüllt. Der Tag war genau so mies, wie Du ihn erwartet hast. Dein Schweinehund hat Recht behalten. Er – und damit eigentlich auch Du – fühlt sich mit dem „Ich habs doch gewusst“ eigentlich wohl.

Warum macht Dein innerer Schweinehund sowas? Ist dem langweilig? Will er Dich ärgern? Laut Wikipedia wird der innere Schweinehund wie folgt definiert:  „Die Bezeichnung innerer Schweinehund umschreibt – oft als Vorwurf – die Allegorie der Willensschwäche, die eine Person daran hindert, unangenehme Tätigkeiten auszuführen, die entweder als ethisch geboten gesehen werden (z. B. Probleme anzugehen, sich einer Gefahr auszusetzen etc.), oder die für die jeweilige Person sinnvoll erscheinen (z. B. eine Diät einzuhalten).“

Schweinehund will dich eigentlich schützen

Mit anderen Worten, der innere Schweinehund will dich eigentlich vor Anstrengungen, vor unangenehmen Situationen oder auch vor Gefahren schützen. Er will vor allem Deine lieb gewonnene Gewohnheiten und bequeme Routinen bewahren. Sich zu sagen „Ich kann nicht abnehmen. Dick sein liegt bei uns in der Familie“, ist eben einfach sehr bequem, denn man erspart sich die Anstrengung sich um eine Veränderung zu bemühen , weil man es ja erst garnicht versucht. Machen wir diese Funktion des inneren Schweinehundes an einem primitiven Beispiel fest. Nehmen wir an, Du bist im Schwimmbad noch nie vom Zehnmeter-Turm gesprungen und jetzt stehst Du auf einmal da hoch oben an der Kante und schaust tief hinunter auf das Wasser. Wenn Du hinunter springst und falsch auf dem Wasser aufschlägst – beispielsweise einen Bauplatscher machst – dann ist diese Situation nicht nur unangenehm, sondern vor allem sehr schmerzhaft. Und nicht nur das, es kann auch gefährlich sein! Bei der falsche Landung auf dem Wasser kannst Du dich verletzten. Du hast also völlig zu Recht irgendwie ein ungutes Gefühl, ja wahrscheinlich sogar ziemliche Angst. 

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Der innere Schweinehund spürt dass natürlich und ist sofort zur Stelle. Er versucht jetzt, Dir den Sprung vom Zehnmeter-Turm auszureden. Er sagt Dir aber nicht etwa: „Spring nicht, Du wirst Dir weh tun und dich vielleicht sogar schwer verletzen.“ Diese Argumentation hat selbstverständlich schon längst die Angst übernommen. Nein, der innere Schweinehund will Dir stattdessen eine bequeme Ausrede liefern, mit der Du auf den Sprung verzichten kannst, ohne Dir wie ein feiger Angsthase vorzukommen. Er bietet Dir vielleicht so etwas hier an: „Ach komm, wer hier runter springt, will doch nur prahlen und auf dicken Macker machen. Das hast Du doch gar nicht nötig!“ Der Schweinehund will also dafür sorgen, dass Du dich mit der Entscheidung nicht feige sondern wohl fühlst. 

Ähnlich ist das beim Sport oder bei Diäten, also bei körperlichen Anstrengungen oder Einschränkungen, die vielleicht unangenehm sind, aber gut für Deine Gesundheit und Fitness sind. Wenn Du dann die Sporttasche packst, wird der innere Schweinehund angesichts der bevorstehenden Fahrt in die Muckibude oder ins Training Deines Vereins dafür sorgen, dass das Sofa im Wohnzimmer noch viel gemütlicher und verlockender wirkt als sonst. Und er wird Dir vielleicht sagen: „Komm, Du hattest einen echt anstrengenden Tag. Sport kannst Du auch morgen oder besser am Wochenende machen. Du hast Dir Ruhe und Entspannung echt verdient. Gönn Dir doch jetzt lieber einen gemütlichen Abend auf deinem herrlich weichen und bequemen Sofa. Mach die Glotze an und genieß den Abend.“

So entsteht der limitierende Glaubenssatz und wird zum Bremsklotz

Aus der Angst, aus dem Wirken des inneren Schweinehundes und aus den selbsterfüllenden Prophezeiungen werden schließlich diese limitierenden Glaubenssätze, die zum Bremsklotz in Deinem Kopf werden. Denke an mein Beispiel mit meinem Bekannten und seiner Führerscheinprüfung. Wie ist dessen Glaubenssatz vom „Nicht-lernen-können“ wohl entstanden? Vielleicht lief das so: Er hat früher in der Schule ein paar mal Klassenarbeiten so richtig versemmelt. Und das obwohl er sich angestrengt und intensiv gelernt hat. Doch trotz der ganzen Lernerei ist es schief gegangen und er hat eine 5 oder 6 bekommen. Und schnell hat sich das Ganze in eine erste sich selbst erfüllende Prophezeiung vor der nächsten Klassenarbeit verwandelt. Es entstand die Erwartung, wieder zu versagen. Vor der Klassenarbeit hat er zwar noch fleißig gelernt. Aber er hat quasi schon von Anfang an, schon beim Lernen, erwartet, dass er wieder eine miese Note bekommt. Und so hat er wieder eine 5 kassiert. Jetzt ist recht schnell sein innerer Schweinehund auf den Plan getreten und hat sich diese selbsterfüllende Prophezeiung vorgeknöpft. Er konnte sich dabei ja auch auf die Emotionen der bisher gemachten und erlebten negativen Erfahrungen durch die schlecht benoteten Klassenarbeiten stützen. Und so hat der Schweinehund ihm dann vor der nächsten Klassenarbeit vielleicht gesagt: „Lernen? Wozu! Bei den letzten Klassenarbeiten hast Du jedes Mal gelernt wie verrückt und was hat es gebracht? Nichts! Also, lass es doch einfach bleiben. Bringt doch eh nichts.“ Der innere Schweinehund hat irgendwann gesiegt, mein Bekannter hat nicht mehr gelernt und ist natürlich wieder und wieder mit einer schlechten Note nach Hause gegangen. Und so ist daraus der fest im Kopf verdrahtete, limitierende Glaubenssatz geworden, dass er einfach nicht lernen kann.

Genau so ist es mit den limitierenden Glaubenssätzen in Bezug auf das Abnehmen und den Sport. Die wirken als Bremsklotz im Kopf, indem sie dich daran hindern – oder hindern wollen – das Du Dich um eine gesündere und bessere Ernährung bemühst, dass Du dich im Alltag mehr bewegst, also mal die Treppe statt den Aufzug nimmst und das Du mehr Sport machst. In der nächsten Folge schauen wir uns an, wie Du diese negativen Glaubenssätze knacken und loswerden kannst.

Music from https://filmmusic.io: “Tablamixx” by Sebsdor (https://www.72grad.de/) Licence: CC BY-SA + (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de)

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