Folge 58: Eine Kalorie ist eine Kalorie – oder die Gummibärchen-Diät

„Eine Kalorie ist eine Kalorie. Wenn Du abnehmen willst, musst Du einfach nur ein Kaloriendefizit herstellen. Was Du isst, ist dabei völlig egal.“ Das hört man von verschiedenen Diät- und Abnehmberatern immer wieder. Warum das falsch ist und nicht funktioniert, dass erkläre ich Dir heute. Vorher hier noch ein Angebot. Bewerte meinen Podcast auf iTunes und ich schenke Dir mein Buch „Machs gut Dicker, für Männer die schlank, fit, stark und gesund werden wollen.“ Was musst Du dafür tun? Zunächst bewerte diesen Podcast auf iTunes mit einer Rezension. Mach dann einen Screenshot von Deiner Bewertung und schicke diesen Screenshot mit Deiner Adresse, an die ich das Buch schicken soll, per E-Mail an kontakt@machs-gut-dicker.de. Die ersten zehn Podcast-Hörer, die das machen, bekommen das Buch dann per Post zugeschickt. Und trage dich doch gerne auf meiner Webseite www.machs-gut-dicker.de für den Newsletter ein. Dafür gibt es auch ein Geschenk für Dich.

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Würdest Du so mit Deinem Auto umgehen?

Also nochmal dieses oft gepredigte Dogma: „Eine Kalorie ist eine Kalorie. Es ist völlig egal, was Du isst, Hauptsache Du achtest auf ein Kaloriendefizit und schon nimmst Du ab.“ Theoretisch stimmt das und die Theorie besagt, dass Du deinem Körper weniger Energie zuführen musst, als Du verbrauchst. Dieses Defizit zwingt Deinen Körper dann dazu, seine Reserven – gemeint sind die Fettreserven – abzubauen und Du nimmst ab. Nehmen wir ein vereinfachtest Rechenbeispiel. Dein Körper benötigt täglich 2400 Kilokalorien um seinen Grundumsatz und seinen Leistungsumsatz zu decken. Isst Du mehr, nimmst Du zu. Du willst aber abnehmen und planst deshalb ein Kaloriendefizit von 400 Kilokalorien. Ab sofort futterst Du pro Tag nur noch 2000 Kilokalorien. Durch dieses Defizit nimmst Du also ab. Nach dem oben erwähnten Dogma ist es dabei egal was Du isst, denn eine Kalorie ist ja angeblich eine Kalorie. Nochmal, rein rechnerisch funktioniert das tatsächlich und trotzdem ist das eben nur die halbe Wahrheit.

Warum es eben nicht egal ist, was Du beim Abnehmen isst und warum eben nicht jede Kalorie wie die andere ist, sondern dass es durchaus Unterschiede gibt, will ich Dir an einem einfachen Beispiel erklären und zwar an Deinem Auto. Nehmen wir also an, jemand sagt Dir, dass Dein Auto nur Benzin zum Fahren braucht und sonst nichts und das Du dich ausschließlich um das Benzin kümmern musst und um sonst nichts. Und so machst Du es. Du tankst, wenn der Tank leer ist und fährst mit der Karre rum. Du kümmerst Dich nicht darum, das der Ölstand stimmt, also genug Öl im Motor ist und zwar das genau richtige Öl, das Dein Motor braucht. Du kümmerst Dich nicht darum, dass genug Kühlwasser im Kühlsystem ist und auch Frostschutz, damit das Kühlsystem im Winter nicht einfriert. Du kümmerst Dich nicht um den Zustand der Autobatterie. Wie gut deine Bremsen funktionieren ist für dich irrelevant. Du ignorierst den Druck in den Autoreifen und auch das Profil deiner Reifen ist dir gleichgültig. Dir ist der Stand im Scheibenwischwasserbehälter völlig egal. Ob die Beleuchtung funktioniert ist dir ebenfalls schnuppe. Du machst nichts anderes als zu tanken und zu fahren. 

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Was wird passieren? Entweder, die Karre verreckt Dir eines Tages unter dem Hintern, weil der Motor durch eklatanten Ölmangel verreckt ist. Oder der TÜV oder eine Polizeikontrolle ziehen deinen Wagen aus dem Verkehr, weil er vollkommen verkehrsuntauglich geworden ist. Oder Du fährst mit der Karre vor einem Baum, weil Du durch die dreckigen Scheiben nichts mehr siehst und die nie gewarteten Bremsen versagen, wenn du sie am nötigsten brauchst. Mit anderen Worten: Dein Auto braucht eben weit mehr aus nur Benzin, um gut und sicher zu fahren und dir ein langes Autoleben lang zur Verfügung zu stehen. Du darfst Dich um einiges mehr kümmern, als nur um das Volltanken.

Die Gummibärchen-Diät

Und bei Deiner Ernährung ist es genau so. Würde es tatsächlich stimmen, dass eine Kalorie eine Kalorie ist und es deshalb vollkommen egal ist, was Du isst, solange du ein Kaloriendefizit einhältst, dann könntest Du die Gummibärchen-Diät machen. Die anfangs erwähnten 2000 Kilokalorien am Tag futterst Du dabei ausschließlich in Form von Gummibärchen. 100 Gramm Gummibärchen haben 340 Kilokalorien. Du würdest also morgens, mittags und abends jeweils 200 Gramm Gummibärchen essen und hättest Deine 2000 Kilokalorien gefuttert. Damit hättest Du Dein Defizit von 400 Kilokalorien eingehalten. Damit solltest Du doch abnehmen? Oder?

Bleiben wir kurz bei diesem extremen Beispiel. Durch diese 600 Gramm Gummibärchen am Tag würdest Du fast 470 Gramm reinen Zucker zu Dir nehmen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt erwachsenen Menschen dass der Zuckeranteil der täglichen Ernährung höchstens bei 25 Gramm liegen sollte, um Übergewicht und gesundheitliche Konsequenzen zu vermeiden. Es geht hier um den zugesetzten Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln. Du siehst also, mit der Gummibärchen-Diät würdest Du die 19-fache Menge der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen maximalen Zuckerdosis fressen. Rein rechnerisch würdest Du zwar abnehmen, aber eben mit Volldampf in eine Typ-2-Diabetes hinein rauschen um nur eine von vielen negativen Konsequenzen des massiven Zuckerkonsums zu nennen.

Damit nicht genug. Dein Körper braucht über 40 essentielle Nährstoffe, um leben und funktionieren zu können. Essentiell heißt dabei, dass der Körper einerseits nicht ohne sie überleben und andererseits diese nicht selbst herstellen kann. Sprich, Du musst diese Nährstoffe über Deine Nahrung aufnehmen. Schauen wir uns ein letztes Mal das Extrembeispiel der Gummibärchen-Diät an. Die 600 Gramm, mit denen Du die 2000 Kilokalorien am Tag zu Dir nimmst haben 30 Gramm Eiweiß und 480 Gramm Kohlenhydrate, davon 470 Gramm Zucker. Und welche anderen Nährstoffe haben die Dinger? KEINE! Du würdest mit so einer einseitigen Ernährung also auch rasant in einen ganz massiven Nährstoffmangel hinein rutschen. Dein Körper würde über eine wachsende Kaskade an Symptomen und Ausfallerscheinungen sämtliche Alarmglocken läuten, damit Du dich endlich vernünftig und ausgewogen ernährst. 

Nach dem Dogma, dass eine Kalorie eine Kalorie ist und es keine Unterschiede gibt, würdest Du mit der Gummibärchen-Diät alles richtig machen und theoretisch durch das Kaloriendefizit abnehmen. Aber tatsächlich würdest Du in die Nährstoff-Katastrophe hinein schlittern. Und was das tägliche übermassive Zuckerbombardement mit deinem Blutzucker- und Insulinspiegel anstellt, das kannst Du dir in Folge 10 dieses Podcastes anhören.

Der “Männer-Teller” ist keine gute Idee

Natürlich ernährt sich niemand – hoffe ich zumindest – ausschließlich von Gummibärchen. Aber trotzdem ist unsere Ernährung heute sehr oft ziemlich unausgewogen und einseitig. Wir essen meist zu viele Kohlenhydrate und zu viel Zucker. Außerdem werden Kohlenhydrate im Körper wieder in Zucker verwandelt. Wir essen zu wenig der verschiedenen essentiellen Nährstoffe. Ich bin mehrmals im Jahr im Bildungszentrum eines großen Verbandes als ehrenamtlicher Seminarleiter tätig. Dort im Restaurant des Seminarhotels gibt es in den Mittagspausen immer ein reichhaltig bestücktes Büfett. Und dort beobachte ich regelmäßig das Phänomen des „Männer-Tellers“. Was meine ich damit. Nun, die Männer gehen zunächst einmal zielstrebig an der Salattheke vorbei direkt zu den warmen Speisen. Dort wird dann das Gemüse völlig ignoriert und die eine Hälfte des Tellers mit Fleisch bedeckt und die andere mit Kohlenhydratbomben wie Pommes oder Nudeln. Und diese Teller sind dann richtig randvoll. Und weil man beim Büfett so oft gehen darf, wie Mann will, wird oft noch eine zweite Ladung geholt. Und danach auch noch zwei Mal zum Nachtisch. Wie viele dieser Männer aussehen, kannst Du dir sicher vorstellen. 

Die Frauen sind da meistens deutlich schlauer am Werk. Da wird erst mal ein Schälchen bunt gemischter Salat gegessen und danach ist auf dem Teller neben Fleisch und etwas Pommes oder Nudeln vor allem auch reichlich Gemüse zu sehen. Diese Ernährung ist viel besser und ausgewogener. Natürlich gibt es auch Frauen, die sich einen völlig Gemüse-freien Männerteller voll schaufeln und es gibt Männer wie mich, die durchaus reichlich bunte Vitamine auf dem Teller haben und auch die Salatbar nutzen.

Dein Teller sollte bunt und nährstoffreich gefüllt sein

Die Kalorien aus Kohlenhydrat-lastigen und Nährstoff-armen Lebensmitteln wie Pommes oder Nudeln werden viel schneller verstoffwechselt, als die Kalorien aus Gemüse & Co. Deshalb hast Du nach einer Ladung leerer Kohlenhydrate wie eben Pommes oder Nudeln viel schneller wieder Hunger, als wenn Du die gleiche Kalorienenge aus einer Eiweißquelle wie gutem Fleisch oder Fisch und reichlich Gemüse gegessen hast. Zudem ist die Energiedichte der Kohlenhydratbomben viel höher. 500 Kilokalorien stecken in sehr wenig Pommes oder Nudeln drin, aber eben in sehr viel mehr Gemüse. Du kannst also von Gemüse viel mehr essen und dich richtig pappsatt futtern, ohne dass Deine Kalorienbilanz aus dem Ruder läuft. Bei Pommes Frites musst Du höllisch aufpassen, wie viel Du dir auf den Teller schaufelst, um nicht kalorienmäßig massiv über die Stränge zu schlagen.

Langer Rede kurzer Sinn. Ich bin sicher, dass Du verstanden hast, dass das Dogma das eine Kalorie eine Kalorie ist und es egal ist, was Du isst, solange Du dein Kaloriendefizit einhältst, einfach nur falsch und Blödsinn ist. Ich bin sicher, dass Du verstanden hast, dass es absolut auch darauf ankommt, was Du isst und das Dein Teller ausgewogen und mit einem Schwerpunkt auf Gemüse und eine Nährstoffvielfalt befüllt sein muss. Bei Deinem Auto wirst Du ja auch nicht nur tanken, sondern den Ölstand, das Kühlwasser, den Luftdruck und das Profil der Reifen, das Scheibenwischwasser und einiges mehr regelmäßig überprüfen und korrigieren, wenn etwas nicht stimmt. Also dann, je bunter Dein Teller, um so besser.

Music from https://filmmusic.io: “Tablamixx” by Sebsdor (https://www.72grad.de/) Licence: CC BY-SA + (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de)

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