Folge 62: Fett macht fett – eine fette Lüge

„Ganz ohne Fett gekocht“ – „Da ist kaum Fett dran“ – „Das ist doch viel zu fett“. Solche Sprüche sind wohl jedem bekannt. Das Fett galt in den letzten Jahrzehnte als das absolute Übel, das uns alle dick macht. Fett macht fett. Warum das Bullshit ist, das erkläre ich Dir heute. Bevor es los geht, hier noch mein Angebot. Bewerte meinen Podcast auf iTunes und ich schenke Dir mein Buch „Machs gut Dicker, für Männer die schlank, fit, stark und gesund werden wollen.“ Was musst Du dafür tun? Zunächst bewerte diesen Podcast auf iTunes mit einer Rezension. Mach dann einen Screenshot von Deiner Bewertung und schicke diesen Screenshot mit Deiner Adresse, an die ich das Buch schicken soll, per E-Mail an kontakt@machs-gut-dicker.de. Die ersten fünf Podcast-Hörer, die das machen, bekommen das Buch dann per Post zugeschickt. Und trage dich doch gerne auf meiner Webseite www.machs-gut-dicker.de für den Newsletter ein. Dafür gibt es auch ein Geschenk für Dich.

Was für Fette gibt es?

In vielen Köpfen ist das Dogma, dass das Fett und fett macht heute immer noch fest verankert. Immer wieder hört man dabei diese recht banale Milchmädchenrechnung: Fett hat 9,3 Kilokalorien pro Gramm, Kohlehydrate nur 4,1 Kilokalorien pro Gramm. Also macht Fett uns eher dick, als Kohlenhydrate. Dieses Märchen, das vor allem Fett und fett macht, gilt heute als einer der fettesten Ernährungsirrtümer der letzten Jahrzehnte. Richtig ist, dass Fett für unseren Körper ebenso wichtig wie gesund ist – wenn man das richtige Fett futtert und es bei der Menge nicht maßlos übertreibt! Ich möchte hier wieder mal einen Vergleich mit dem Auto machen. Viele Kerle schütten das allerbeste Motoröl für 30 und mehr Euro pro Liter in ihre Karre, verwenden selbst aber das billigste Fett oder Öl für ihr Essen oder zum kochen und braten.

Folge 62: Fett macht fett - eine fette Lüge 1Folge 62: Fett macht fett - eine fette Lüge 2Bild anklicken für mehr Infos.

Schauen wir uns Fett doch einmal genauer an. Es wird in vier Fett-Arten unterschieden: Mehrfach ungesättigte Fette, einfach ungesättigte Fette, gesättigte Fette und Transfette. Am gesündesten sind die mehrfach ungesättigten Fette, dann kommen die einfach gesättigten Fette. Bei den gesättigten Fetten gingen früher alle Warnlampen an. Gesättigte Fette galten als und gesund und gefährlich für den Cholesterinspiegel, weil die gesättigte Fette diesen in die Höhe treiben sollen. Aber es fehlen nicht nur valide Studien, die diese Wirkung belegen, es gibt stattdessen viele Studien, die diese Aussagen sogar widerlegen. Die aller meisten gesättigten Fette senken sogar die Blutfettwerte. Daher kannst Du gute gesättigte Fette problemlos verwenden, wenn Du es nicht übertreibst. Nimm also gute Butter für Dein Brot oder Kokosöl zum braten. Wie immer macht die Dosis das Gift. Verschmierst und futterst Du pro Woche vier Pfund Butter, dann ist das eben einfach zu viel und dann macht Fett doch dick. 

Transfett ist ungesund ohne Ende

Es bleiben die Transfette und das sind tatsächlich gefährliche Fette, von denen Du unbedingt die Finger lassen solltest! Transfette sind gehärtete Fette, die Du vor allem in industriell produzierter Nahrung findest. Ob Margarine, Nussnougatcreme, Chips, frittierten Pommes, Fastfood, Fertiggerichte und vieles mehr, die Industrie ballert da überall Transfette dran. Zudem entstehen auch beim hohen Erhitzen von ungesättigten Fetten schließlich Transfette. Kippst Du also ungesättigtes Pflanzenöl in die Fritteuse oder erhitzt Du bestimmte tierische Fette stark, überziehst Du deine Pommes mit einer Schicht Transfett oder lässt Dein Schnitzel darin baden. Wer zu viel von diesen Transfette über seine Nahrung aufnimmt, steigert das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall und andere Erkrankungen. Transfette schädigen auf Dauer die Membranen Deiner Körperzellen und machen diese spröde. 

Die Industrie verwendet sehr gerne Transfette in Form von gehärteten Pflanzenölen. Aber warum macht die Industrie das? Warum sind viele dieser industriell produzierten Nahrungsprodukte voll davon? Nun, die Transfette helfen bei den verschiedenen Produkteigenschaften. So sind Transfette recht stabil. Sie bleiben fest und werden nicht mehr flüssig. Mischt man sie beispielsweise in eine Nussnougatcreme, sorgen sie für eine gleichbleibende Cremigkeit und Streichfähigkeit der Zucker-Nougat-Schmiere, weil sie eben nicht wieder flüssig werden. Das gleiche gilt für Margarine, die dank der gehärteten Pflanzenfette eben auch im Sommer beim Frühstück auf der Terrasse nicht zur flüssigen Suppe wird, sonder streichfähig bleibt. Außerdem erhöhen diese „stabilisierenden“ Transfette auch die Haltbarkeit von Lebensmitteln. Und nicht zuletzt ist das Zeug auch billig und hilft damit beim Generieren von Umsatz.

Es gab Zeiten, da galten Fette grundsätzlich als ungesund. Später wurden die ungesättigten Fette halbwegs rehabilitiert und galten als prinzipiell gesund, und nur die gesättigten Fette galten als prinzipiell ungesund. Auch das ist wie schon gesagt falsch, denn unser Körper brauch in der Tat beide Fettarten für seinen Stoffwechsel. Ohne Fett kann der Körper die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K nicht aufnehmen und verwerten. Fette werden bei der Produktion und Verarbeitung von Enzymen und Hormonen gebraucht. Fette werden für den „Bau“ und „Betrieb“ von Körperzellen gebraucht. Energie aus Fett lässt unseren Blutzuckerspiegel nicht so in die Höhe schießen, wie schnelle Kohlenhydrate und vor allem Zucker. Fett macht uns viel länger satt. 

Wenn wir dem Körper Fette und nur sehr wenig Kohlenhydrate zuführen und er deshalb aus dem Fett Energie ziehen muss, besteht für ihn weniger Bedarf Fett einzulagern. Der Stoffwechsel kann bei einer sehr „fettbetonten“ Ernährung sogar auf den Fettstoffwechsel – ketogener Stoffwechsel genannt – umstellen und dann verbrennt er auch Fett aus seinem Speicher viel eher und schneller. Futtern wir aber sehr viele schnelle Kohlenhydrate, dann ist es für den Körper viel einfacher daraus die nötige Energie zu holen und er lässt das gespeicherte Fett links liegen, anstatt es abzubauen. Nicht nur das, denn nicht verbrauchten Kohlenhydraten wandelt der Körper sogar in  Fett um und speichert es für die nie eintretenden Notlagen. Und wenn wir Kohlenhydrate zusammen mit Fett essen, dann verheizt der Körper natürlich die Kohlenhydrate, weil er die viel leichter in Energie umwandeln kann. Das mit gefutterte Fett wird wieder für die nie eintretende Notzeiten eingelagert. Also nochmal: Seinen Energiebedarf deckt Dein Körper am aller liebsten aus den Kohlenhydraten – also den Zuckerarten – und unsere noch immer gültige Steinzeit-Programmierung packt die Fettkalorien in den Reservetank, der unsere Gürtellinie dehnt. Die Kohlenhydrate sind schneller verbraucht als das Fett, wir werden früher wieder hungrig. 

Studien belegen, dass Fett nicht fett macht

Zahlreiche Studien, die Diäten oder Ernährungsweisen verglichen haben, haben belegt, das Fett nicht dick macht, sondern Kohlenhydrate. Fett kann sogar helfen, schlank zu werden. In den Studien wurden Gruppen miteinander verglichen. Die einen reduzierten in ihrer Ernährung deutlich die Fette und aßen statt dessen vor allem Kohlenhydrate. Bei den anderen war es genau anders herum. Mehr Fett und deutlich weniger Kohlehydrate. Diese Studien zeigten deutlich, dass die Menschen, die kohlenhydratbetont und fettreduziert essen nicht nur nicht abnahmen, sondern auch keine gesundheitlichen Vorteile daraus zogen. Die Menschen, die mehr Fett und weniger Kohlenhydrate essen, nehmen deutlich einfacher ab und waren laut viele Studien auch gesünder.

Im August 2017 veröffentlichte die Zeitschrift „The Lancet“ eine Studie, die das Ernährungsverhalten von über 135.000 Menschen ausgewertet hatte und das in 18 Ländern. Verglichen wurde eine fettarme und eine kohlenhydratarme Ernährung. Das Ergebnis zeigt, dass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein deutlicher Zusammenhang zwischen einer fettfreien Ernährung und einer Vielzahl von Todesursachen besteht. Dazu gehören unter anderen ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Herzkrankheit. Im Vergleich dazu hatten die Menschen, die sich kohlenhydratarm und fettreich ernährten, ein geringeres Risiko in diesen Bereichen.

In den USA hat die Lebensmittelindustrie das Thema „fat free“ auf die Spitze getrieben. Dort gibt es seit vielen Jahren Joghurt, Käse und andere Milchprodukte mit 0,0 Prozent Fett. Schmeckt ein fettfreier Joghurt? Nein! Schmeckt fettfreie Milch? Nein, sie ist ja im Prinzip auch nur weißes Wasser. Also wird von der Industrie Zucker dran geballert, damit das Zeug irgendwie schmeckt, denn sonst würden die Kunden den Mist im Regal stehen lassen. Macht fettfreier Joghurt lange satt? Nein! Was dieser „Fett-frei-Wahnsinn“ nicht bedenkt ist: Unser Körper braucht Fett, um zu funktionieren. Fett ist an vielen Prozessen im Körper beteiligt. Das mit den fettlöslichen Vitaminen hatte ich unter anderem schon erwähnt. Aber auch bei der Blutgerinnung, bei der Bewegung unserer Muskeln, beim Herstellen von Zellmembranen und vielem mehr ist Fett unverzichtbar. Wenn wir jetzt mal über den großen Teich in die USA schauen und uns fragen, ob der Low- und No-Fat-Wahnsinn in den USA die Menschen schlanker und gesünder gemacht hat, sagt uns schon der Augenschein, dass das nicht so ist. Statistiken belegen, dass die Fettleibigkeit in den USA ein immer fetter werdendes Problem ist.

Du musst die richtigen Fette essen

Wichtig sind dabei gute, hochwertige Fette! Lass Margarine im Supermarkt im Regal stehen. Erst recht, wenn dieses Geschwätz von „senkt Cholesterinspiegel“ drauf steht. Nimm gute Butter am besten von Kühen aus Weidehaltung. Nimm nicht das billige Sonnenblumenöl im Blechkanister, sondern gutes kalt gepresstes Oliven-Öl. Ich habe es schon gesagt, behandele Dich wie Dein Auto. Nur den richtig guten Stoff! Auch von Haus aus fettige Lebensmittel wie Lachs, Nüsse oder Avocados sind gesund! Wie immer macht die Dosis das Gift. Eine Hand voll Nüsse am Tag versorgt dich mit guten Fetten, Mineralstoffen wie Magnesium und auch viel gutem Protein. Futterst Du täglich aber 200 Gramm Nüsse so nebenbei, dann macht Dich höchstens dieses zu viel an Kalorien dick, aber nicht die guten Inhaltsstoffe! Und Finger Weg von hocherhitzten Fetten, den erwähnten Transfetten. Die Pommes aus der Fritteuse und die Kartoffelchips aus der Tüte sind Transfett-Bomben. Aber auch die verarbeiteten Billigfette in vielen Fertignahrungsmitteln sind oft Transfette. Ich bemühe nochmal den Vergleich mit dem Auto. Du kippst ja auch nicht verdrecktes Altöl in Deinen Motor, sondern den richtig guten, teuren Stoff. Mach es mit Dir selbst genau so!

Music from https://filmmusic.io: “Tablamixx” by Sebsdor (https://www.72grad.de/) Licence: CC BY-SA + (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de)

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