Folge 69: Die nutzlosesten Diäten – Heute: Friss die Hälfte FDH

Wer mein Buch „Machs gut Dicker – Für Männer, die schlank, fit, stark und gesund werden wollen“ kennt, weiß, das ich nichts von Diäten halte. Deshalb habe ich mir vorgenommen, Euch in loser Reihenfolge mal Diäten vorzustellen und Euch zu erklären, warum die nichts taugen. Heute geht es um „Friss die Hälfte“ auch unter der Abkürzung FDH bekannt.

FDH erklärt sich selbst

Die Grundidee von Friss die Hälfte ist sehr simpel und sie wird im Prinzip auch schon im Namen dieser Diät abschließend beschrieben. Du futterst alles so wie bisher, nur eben die Hälfte. Sprich, an den Mahlzeiten und deren Zusammensetzung wird nichts geändert, aber Du halbierst die Portionsgröße. Das soll zu einer Reduktion der Kalorien führen und bestenfalls ein Kaloriendefizit erzeugen, mit dem Du abnimmst. Lass mich Dir an einem Beispiel erläutern, wie „toll“ das funktioniert und im Prinzip, warum es nicht funktioniert und Du damit nicht abnimmst.

Vor einigen Jahren hatte sich eine wohlgenährte und deutlich übergewichtige Bekannte von mir vorgenommen, mit FDH abzunehmen. Ich war bei einigen dieser Versuche Zeuge. Beim Mittagessen lief dass dann so. Sie belud sich ihren Teller mit Fleisch, Gemüse und Beilage, in diesem Fall Pommes. Und dann schob sie mit dem Messer von allem in etwa die Hälfte wieder runter vom Teller zurück in die jeweilige Schüssel. 

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Und genau hier begann der Selbstbetrug. Weil Sie wusste, dass sie gleich die Hälfte von allem wieder vom Teller schubsen wird, packte sie deutlich mehr Zeug auf den Teller, als man es normalerweise tun würde. Der Teller war sozusagen zum Bersten gefüllt, ja eigentlich überfüllt. Und nicht nur das, denn sie packte von den Sachen, die sie gerne isst, mehr auf den Teller als von anderen Dingen. Das Gemüse beispielsweise landete nur in einer quasi homöopathischen Dosis auf dem Teller. Dafür aber mehr Fleisch und noch viel mehr Pommes. Die in Fett frittierten Kohlehydrat- und Kalorienbomben waren auf dem Teller also deutlich überrepräsentiert.

Nachdem Sie dann von allem die Hälfte wieder von Teller geschubst hatte, war der Teller, wenn man ehrlich ist, in etwas so voll, als hätte sie sich einfach eine normale Portion aufgeschöpft und diese gegessen. Und weil sie vorher so wenig Gemüse auf den Teller geladen hatte, war dieses quasi kaum mehr vorhanden und diese Mahlzeit bestand damit vor allem aus Fleisch und Pommes.

Aber damit nicht genug! Weil sie ja den Teller wieder zur Hälfte geleert hatte und sie sozusagen „psychologisch“ noch hungrig war, wiederholte sich dieses Schauspiel ein weiteres Mal. Sie hat also zwei Mal die Hälfte gefressen und das war damit grob geschätzt das anderthalbfache einer normalen Portion. Hat sie also wirklich die Hälfte gefressen und damit weniger Kalorien aufgenommen? Nein. Und beim Nachtisch ging sie nach der gleichen Strategie vor. Eine extra große Portion Eis auf den Dessertteller laden und davon die Hälfte wieder weg. Und das auch wieder mal zwei. Was dann nachmittags passierte, als es Kaffee und Kuchen gab kannst Du dir vermutlich vorstellen. 

Nach etwas mehr als einer Woche bekam ich mit, dass meine Bekannte die FDH-Diät frustriert aufgegeben hat, weil sie in den ersten zehn Tagen dieser FHD-Zeit zugenommen hatte. Das ist auch kein Wunder, weil sie sich ja, wie eben geschildert, systematisch selbst betrogen hat. Und genau das ist das erste große Problem von FDH. Ob bewusst oder unbewusst, Du wirst dazu neigen, die mehr auf den Teller zu schaufeln, wenn Du davon die Hälfte wieder weglassen musst.Und wenn Du zwischendurch statt einer ganzen Tafel Schokolade nur eine halbe isst, dann nimmst Du trotzdem noch über 250 Kilokalorien und jede Menge Zucker zu Dir.

Das zweite große Problem von FDH ist, dass sich die Zusammensetzung deiner Ernährung nicht ändert. Wenn Du nur ungesunden Müll wie Fastfood, Fertiggerichte, Knabberzeug und Süßkram in dich reinstopfst, dann wirst Du mit FDH zwar nur noch die Hälfte dieses ungesunden Mülls wie Fastfood, Fertiggerichte, Knabberzeug und Süßkram essen. Aber es bleibt ungesunder Müll, der dir langfristig gesundheitlich nicht gut tut, sondern dir eher schadet. Das vor allem, weil wichtige Nährstoffe und Vitamine fehlen und du statt dessen beispielsweise reichlich ungesunde Transfette und allerlei andere ungünstige Substanzen aufnimmst, die in industriell hergestelltem Fertigfraß drinstecken. Und wenn dieser ungesunde Müll wie Fastfood, Fertiggerichte, Knabberzeug und Süßkram auch noch sehr viele Kalorien hat, dann kommst Du mit FDH vielleicht wie meine Bekannte noch nicht mal zu einem Kaloriendefizit. Du nimmst dann nicht ab, sondern nur langsamer zu. Und wenn Du dich mit FDH so richtig satt selbst betrügst, indem Du eben immer „zwei halbe Portionen“ statt einer ganz normalen isst, nimmst du vielleicht sogar mehr Kalorien auf als ohne FDH. In diese Falle ist meine Bekannte damals getappt.

Kann FDH also garnicht funktionieren? Im Prinzip doch. Du musst aber zunächst einmal deinen tatsächlichen Kalorienbedarf ermitteln. Auf meiner Webseite habe ich unter machs-gut-dicker.de/koerper-rechner/ ein Formular für dich, mit dem Du das einfach errechnen kannst. Den Link findest Du auch in den Shownotes. Wenn Du auf dieses Basis FDH machst, würde das bedeuten, dass Du jetzt darauf achtest, über den Tag verteilt nur die Hälfte dieser Kalorienmenge zu essen. Damit würdest Du abnehmen. Aber ein Kaloriendefizit von 50 Prozent ist viel zu groß. Dein Körper würde sozusagen in Hunger-Panik verfallen und auf sein Notprogramm schalten. Das habe ich in meinem Buch genauer beschrieben. Dieses Notprogramm dient dazu, die Fettreserven des Körpers zu schützen, also das, was Du eigentlich loswerden willst. Dein Körper wird jetzt vor allem Muskeln abbauen, um den Kalorienverbrauch zu senken. Er wird dich mit Heißhungergefühl und allerlei Gelüsten dazu treiben wollen, mehr zu essen.

Wenn Du FDH also auf der Basis deines Kalorienbedarfs aufbaust und dann tatsächlich die Hälfte frisst, könntest Du damit tatsächlich abnehmen. Aber das wäre eine ungesunde und Methode, wenn Du weiter wertlosen Nahrunsmüll futterst und nur die Menge halbierst. Und ein Kaloriendefizit von 50 Prozent ist zu krass und am Horizont winkt quasi dann schon der JoJo-Effekt, der sich tierisch auf dich freut.

In meinem Buch „Machs gut Dicker – Für Männer, die schlank, fit, stark und gesund werden wollen“ und auch hier plädiere ich deshalb vor allem für eine Umstellung auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung, die eine hohe Nährstoffdichte und eine niedrige Energiedichte hat. Damit kannst leckeres Essen genießen, dich bei jeder Malzeit ordentlich satt essen und damit gesund und nachhaltig abnehmen und dann Dein Gewicht steuern. All das beschreibe ich sehr ausführlich in meinem Buch.

Hast Du auch schon eine Diätkarriere hinter Dir? Einen Diätenmarathon, der nichts gebracht hat und nachdem du wieder zugenommen hast. Wenn ja, lass es mich doch mal wissen. Schreibe einen Kommentar zu diesem Podcast oder schreibe mit eine E-Mail an kontakt@machs-gut-dicker.de. Auch wenn Du Fragen oder Anregungen hast, freut es mich, von Dir zu hören.

Music from https://filmmusic.io: “Tablamixx” by Sebsdor (https://www.72grad.de/) Licence: CC BY-SA + (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de)

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