Folge 74: Der BMI ist NICHT das Maß der Dinge!

Wenn es ums Abnehmen geht, dann reden alle nur von der Zahl auf der Waage und vor allem vom BMI. BMI steht für den Body-Mass-Index. Und für viele ist der BMI sozusagen der Heilige Gral, wenn es um die Bewertung von Übergewicht geht. Der Body-Mass-Index ist eine Maßzahl zur Bewertung des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße. Warum der BMI nicht das Maß der Dinge ist und die pseudoreligiösen Beschwörungen auf diese Zahl Humbug, das erkläre ich dir heute. 

Wie berechnet sich der BMI

Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilo, dass durch die Körpergröße in Meter im Quadrat geteilt wird. Nehmen wir als Beispiel einen 100 Kilo schweren Mann, der 1,80 Meter groß ist. Dann ergibt sich folgende Formel und folgendes Ergebnis: 100/(1,8 x 1,8) = 30,9. Dieser Mensch hat dann also einen BMI von über 30 und gilt damit als adipös, sprich, als fettleibig. 

Das Normalgewicht nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt bei Männern in einem BMI-Bereich von 20 bis 25 und bei Frauen zwischen 19 und 24. Alles darunter geht in Richtung Untergewicht und Magersucht, alles darüber in Richtung Übergewicht und Fettleibigkeit, also Adipositas.

Quelle: Wikipedia

Wie anfangs gesagt, hat der BMI für viele schon fast eine pseudoreligiöse Bedeutung. Sie tun so, als wäre der BMI die absolute und allmächtige Maßzahl für Unter-, Normal- und Übergewicht. Aber das ist Blödsinn! Das wäre so, als wenn man die Leistung eines Autos ausschließlich an der Anzahl der Zylinder bewertet, die der Motor hat, aber Hubraum, PS, Drehmoment und viele weitere Werte vollkommen ignorieren würde. Der BMI darf nicht nur meiner Meinung nach NICHT isoliert betrachte werden. 

So schwachsinnig ist der Fokus auf den BMI

Das möchte ich Dir jetzt an einem konkreten Rechenbeispiel zeigen. Nehmen wir zwei Männer, die beide jeweils 110 Kilo wiegen und beide jeweils 1,80 Meter groß sind. Errechnen wir den BMI, dann haben beide einen Body Mass Index von 33,9. Demnach wären beide Männer bei „Adipositas Grad 1“, also als deutlich fettleibig einzustufen. 

Einer dieser Männer hat tatsächlich eine fette Wampe und einen Körperfettanteil von über 30 Prozent. Er ist unsportlich und stopft sich mit viel zu viel billigstem Nahrungsmüll und Süßigkeiten voll. Und er spült all das mit Cola herunter. Der andere aber ist Bodybuilder und hat einen Körperfettanteil von deutlich unter 10 Prozent. Die 110 Kilo bei diesem Kerl bestehen also vor allem aus aller bestens durchtrainierter Muskelmasse. Der Mann trainiert viel. Er ernährst sich ganz gezielt und isst aller beste Proteinquellen wie Fleisch, Fisch, Geflügel. Er isst sehr viel Gemüse und kein Süßkram. Auch Cola und andere Zuckerbomben sind für ihn tabu. Er nutzt also eine sehr bewusste, gesunde und leistungsoptimierende Ernährung. Mit anderen Worten, er ist ein aller bestens trainierter Sportler, er ist fit und er lebt gesund. Aber diese primitive Rechenformel namens BMI stempelt ihn unerbittlich als adipösen fettleibigen Menschen ab … wenn man diese dämliche Formel und diese Zahl als alleinigen Maßstab nimmt. 

Verstehst Du jetzt, warum ich diese Vergötterung und isolierte Betrachtung des BMI für falsch halte. Und aus genau dem gleichen Grund ist auch der ausschließliche Blick auf die Zahl, die auf der Waage steht falsch. Die Waage würd bei beiden Männern ganz neutral 110 Kilo anzeigen. Aber die Waage sagt und bewertet nicht den ganzen Rest, also das Fett und die Wampe bei dem einen und den durchtrainierten, athletischen und ästhetischen Körper bei dem anderen. 

Der BMI und die Zahl auf der Waage dürfen nicht alleine betrachte werden! Es muss der ganze Mensch mit vielen weiteren Parameter betrachtet werden um zu einem echten Ergebnis zu kommen. Also, um das Beispiel nochmal aufzugreifen, neben der Zahl der Zylinder muss auch Hubraum, PS, Drehmoment, der verwendete Kraftstoff und der Verbrauch, die Auslegung des Fahrwerks, das Fahrzeuggewicht und anderes herangezogen werden, um zu bewerten, ob ein Auto etwas taugt und für den gedachten Zweck geeignet ist.

Der gesamte Mensch muss betrachtet werden

Und genau so müssen bei der Betrachtung des menschlichen Körpers neben dem Gewicht auf der Waage und dem BMI eben noch weitere Messgrößen und Befunde bewertet werden. So sollte der Körperfettanteil mit gut geeigneten Methoden ermittelt werden. Mindestens Bauch- und Hüftumfang sollten gemessen werden. Für die Gesundheit gehören auch unter anderem Werte wie Blutdruck, Ruhepuls und einiges mehr dazu. Erst eine Betrachtung all dieser verschiedenen Daten ergibt ein Gesamtbild über das Übergewicht und die Baustellen, um die Du dich in Sachen Gewicht, Körperfett sowie Fitness und Gesundheit kümmern darfst.

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Bis zum nächsten Mal

Music from https://filmmusic.io: “Tablamixx” by Sebsdor (https://www.72grad.de/) Licence: CC BY-SA + (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de)

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